Sportbericht 2023: Mitgliederzahlen in Niedersächsischen Sportvereinen erstmals wieder auf Vor-Corona-Niveau

(Quelle: LSB-Niedersachsen und Land Niedersachsen) Das Sportjahr 2023 war aus niedersächsischer Sicht in vielerlei Hinsicht äußerst erfolgreich. Im Vordergrund steht dabei die Mitgliederentwicklung. Die Zahlen sind um drei Prozent deutlich gestiegen – das bedeutet, dass knapp 80tausend Mitgliedschaften in den Sportvereinen neu dazugekommen sind.

Die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, sagt: „Fast jede und jeder Dritte in Niedersachsen treibt Sport in einem Verein – und es kommen immer mehr dazu. 2023 sind drei Prozent und damit knapp 80.000 Mitgliedschaften neu dazugekommen. Das bedeutet, dass die niedersächsischen Sportvereine den coronabedingten Mitgliederschwund endgültig überwunden und unsere intensiven Hilfsprogramme gewirkt haben. In den rund 9.100 Sportvereinen treiben aktuell mehr als 2,6 Millionen Menschen Sport. Das ist eine beeindruckende Zahl und ein echtes Statement für das Sportland Niedersachsen. Wir werden als Land auch durch eine auskömmliche Förderung weiterhin alles dafür tun, dass auch zukünftig viele Menschen in den Vereinen Sport treiben und sich in diesen gut aufgehoben fühlen können.“

„Die Zahlen zeigen, dass die Sportvereine ein fester Bestandteil des gemeinschaftlichen Lebens in Niedersachsen sind und der gemeinsame Sport weiterhin an Attraktivität gewinnt. Es freut mich zudem, dass unsere zahlreichen Maßnahmen nach der Corona-Zeit in den Vereinen angekommen sind. Mein Dank gilt den ehrenamtlich engagierten Menschen in den Sportvereinen, die den Mitgliedern durch ihren täglichen Einsatz eine sportliche Heimat geben“, so der Präsident des Landessportbundes Niedersachsen (LSB), André Kwiatkowski.

30 Millionen Euro Energiehilfen und Hochwasser-Soforthilfe

Vor dem Hintergrund des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine und der damit zusammenhängenden Situation bei der Energieversorgung hatte das Land Niedersachsen Anfang 2023 dem organisierten Sport 30 Millionen Euro Energiehilfen zur Verfügung gestellt. Das Ziel war insbesondere, dass vereinseigene Sporthallen und Schwimmbäder trotz der Krise und auch bei großer Energieknappheit weiter betrieben werden sollten. Ein guter Teil dieser Mittel wurde – nach der Anpassung des Programms im Laufe des vergangenen Jahres – über den LSB in nachhaltige Sport-Infrastruktur investiert, etwa in Dämmungsmaßnahmen, energiesparende LED-Technik oder Photovoltaikanlagen, um den Sport in Niedersachsen energetisch nachhaltig breit aufzustellen und möglichen Sanierungsstaus entgegenzuwirken.

Ministerin Behrens: „Heute wissen wir, dass der Sport die durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ausgelöste Energiekrise gut überstanden hat. In der Ausnahmesituation vor anderthalb Jahren haben wir als Land schnell und zielgerichtet reagiert, um die Sportausübung ohne wesentliche Einschränkungen weiterhin zu ermöglichen. Das war richtig und dieses Ziel haben wir erreicht!“

Der Vorstandsvorsitzende des LSB, Reinhard Rawe, sagt: „Gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres und Sport ist es uns gelungen, die negativen Auswirkungen der Energiekrise für Sportvereine gering zu halten und einen Baustein für ein nachhaltiges Fundament der Zukunft zu erschaffen.”

Eine große Herausforderung war für einige Sportvereine das Hochwasser zum Jahresende 2023. Auch hier hatte das Land sofort reagiert. Für die an Sportstätten entstandenen Schäden stellt das Land Niedersachsen den Kommunen und Vereinen die notwendigen Mittel zur Verfügung, damit diese Schäden schnellstmöglich behoben werden können und hier wieder uneingeschränkt Sport getrieben werden kann.

Rekordhoch der Finanzhilfe für den organisierten Sport

Noch nie hat der organisierte Sport in Niedersachsen so sehr von der im Niedersächsischen Sportfördergesetz festgeschriebenen Finanzhilfe profitiert wie 2023. Neben den jährlich festgeschriebenen 35,2 Millionen Euro aus der Finanzhilfe hat das Land den LSB im vergangenen Jahr zusätzlich mit 10,7 Millionen Euro aus den Überschüssen der Glücksspielabgabe gefördert.

Sportministerin Behrens: „Fast 46 Millionen Euro stellen einen neuen Rekordwert bei der Finanzierung des organisierten Sports durch das Land dar. Dazu kommen sogar noch 30 Millionen Euro Energiehilfe. Damit geben wir dem Landessportbund Niedersachen exzellente finanzielle Voraussetzungen, um die rund 9.100 niedersächsischen Vereine infrastrukturell zu fördern, unzähligen engagierten Menschen und tollen Aktionen und Programmen in ganz Niedersachsen Rückenwind zu geben und sich um den Spitzen-, Breiten- und Behindertensport zu kümmern. Natürlich prüfen wir dauerhaft, wie wir den niedersächsischen Sport auch in Zukunft optimal fördern können.“

Reinhard Rawe: „Die Bilanz der Sportförderung im Jahr 2023 ist außerordentlich und nur möglich durch eine hohe Anzahl von Engagierten für den niedersächsischen Sport. Dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Landessportbund und dem Ministerium für Inneres und Sport sowie der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Maßnahmen für den Sport blicken wir zuversichtlich auf das Jahr 2025.”




48. Landessporttag beschließt neue Beitragsstruktur ab 2025

Der 48. Landessporttag des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen hat sich für eine Anpassung der Beiträge ab 2025 ausgesprochen. An der Veranstaltung in der Akademie des Sports am Standort Hannover nahmen mehr als 100 Delegierte aus dem niedersächsischen Sport teil. Weitere Punkte auf der Tagesordnung waren unter anderem die Festlegung des Haushalts für das Jahr 2024, die Verleihung der LSB-Ehrengabe an den ehemaligen niedersächsischen Innen- und Sportminister und aktuellen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sowie die Einrichtung einer Ethik-Kommission für den niedersächsischen Sport.

Beitragsanpassung ab Januar 2025

Die Delegierten haben sich mit deutlicher Mehrheit für eine Erhöhung der LSB-Mitgliedsbeiträge ausgesprochen. „Das ist für den LandesSportBund Niedersachsen ein ganz wichtiger Beschluss. Die Beitragserhöhung war zwingend erforderlich, um trotz stark gestiegener Kosten das Leistungsportfolio des LSB für unsere Mitgliedsvereine in bewährter Form aufrecht erhalten zu können“, erklärt LSB-Präsident André Kwiatkowski. Laut des Beschlusses werden die Beiträge ab Januar 2025 wie folgt angepasst: 2 Euro (zuvor 1,50 Euro) für Kinder, 4 Euro (2,90 Euro) für Jugendliche und 6 Euro (4,30 Euro) für Erwachsene. In den Jahren 2026 und 2027 erfolgt keine weitere Beitragserhöhung.

Nach intensiver Diskussion wurde auch eine Erhöhung der Beiträge beschlossen, die von den Sportvereinen an den LSB für die Mitglieder zu zahlen sind, die keinem Landesfachverband zugeordnet werden können. Die Beiträge verteilen sich demnach ab Januar 2025 wie folgt: Kinder und Jugendliche: 4 Euro (zuvor 2 Euro), Erwachsene: 6 Euro (3 Euro).

Der Haushaltsplan für das Jahr 2024 wurde einstimmig beschlossen und umfasst ein Volumen von 67 Millionen Euro.

Start für LSB-Ethik-Kommission

Mit einer Satzungsänderung, einer Anpassung der Verbandsarbeit im LSB und der direkten Besetzung haben die Delegierten des 48. Landessporttages den Weg für eine neu geschaffene LSB-Ethik-Kommission geebnet. Die Kommission soll nach Hinweisgebung mögliche Verstöße gegen die „Leitlinien der Verbandsarbeit im LSB Niedersachsen“, gegen die Grundsätze und Werte gemäß § 2 dieser Satzung sowie gegen das LSB-Leitbild untersuchen. Außerdem steht sie dem LSB-Vorstand beratend zur Seite. Mitglieder des dreiköpfigen Gremiums sind nach Beschluss des Landessporttages die langjährige Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta, die frühere Justiz- und Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann und der Transplantations-Mediziner und Herzchirurg Prof. Dr. Axel Haverich. Die Mitglieder wurden für vier Jahre gewählt.

Inklusion im Sport: Hannoversche Erklärung 2023 beschlossen

Mit der „Hannoverschen Erklärung 2023 – Inklusion im niedersächsischen Sport“ hat der 48. Landessporttag das Engagement für Inklusion im Sport bekräftigt. Der LSB verpflichtet sich mit der Erklärung selbst, den Masterplan Inklusion im niedersächsischen Sport fortzuführen und Unterstützungsformen für eine Regelfinanzierung zur nachhaltigen Implementierung von inklusiven Angeboten und Strukturen im Sport kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Diese Hannoversche Erklärung ist einzigartig im deutschen Sport und ist für uns Aufgabe und Verpflichtung zugleich“, so der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe, der den Prozess persönlich seit Jahren intensiv begleitet.

Seit 2013 engagiert sich der LSB im Themenfeld Inklusion, um die aktive, gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an sportlichen Aktivitäten auf allen Ebenen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu verbessern. 2020 haben der LSB, der Behinderten-Sportverband Niedersachsen, der Gehörlosen- Sportverband Niedersachsen und Special Olympics Niedersachsen einen „Masterplan Inklusion im niedersächsischen Sport“ erarbeitet. Der 45. Landessporttag hat diesen mit einer Laufzeit bis Ende 2023 beschlossen. Durch den 48. Landessporttag wurde dieser Zeitraum nun um ein Jahr verlängert. „Niedersachsen ist mit dem Masterplan Inklusion Vorreiter in Deutschland. Wir, der Behinderten-Sportverband Niedersachsen, der Gehörlosen- Sportverband Niedersachsen und Special Olympics Niedersachsen, werden gemeinsam mit dem LSB dafür arbeiten, dass dies so bleibt“, sagte BSN-Präsident Karl Finke in einer kurzen Gesprächsrunde.

Änderung der Prüfungsordnung für die Revision

Mit dem Ziel, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, wurde die Prüfungsordnung für die Revision des LSB geändert. Konkret sollen u. a. Vor-Ort-Besichtigungen entfallen und Prüfungen der Landesfachverbände und Sportbünde sollen durch eine Reduktion des Prüfungsumfang von Einzelmaßnahmen vereinfacht werden.

LSB-Ehrengabe für Boris Pistorius

Der ehemalige niedersächsische Innen- und Sportminister und aktuelle Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wurde im Rahmen des Landessporttages mit der Ehrengabe des LSB ausgezeichnet. Die Ehrengabe erhalten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich in besonderer Weise herausragende Verdienste um die Förderung und Entwicklung des Sports in Niedersachsen erworben haben. Als Minister für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen war Boris Pistorius zehn Jahre lang direkter Ansprechpartner für den LandesSportBund Niedersachsen. Als harter, aber fairer Verhandlungspartner hat er den Sport in dieser Zeit mit Engagement und Überzeugung in der Regierung und der Öffentlichkeit vertreten. Nach einer per Videobotschaft eingespielten persönlichen Laudatio zur Person Boris Pistorius durch Thomas de Maizière würdigte LSB-Präsident André Kwiatkowski seine Arbeit und das Wirken für den niedersächsischen Sport insbesondere in den schwierigen Zeiten von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg. „Boris Pistorius hat mit einem gemeinsam mit dem LSB veranstalteten Energiegipfel und einem daraus resultierenden weiteren zusätzlichen Sonderförderprogramm in Höhe von 30 Millionen Euro sehr dazu beigetragen, den Sport in Niedersachsen und seine Sportvereine am Leben zu erhalten“, so Kwiatkowski. Die LSB-Ehrengabe wurde zum vierten Mal vergeben. Mit dem Ehrenpreis wurden bereits Uwe Schünemann (2015), Günter Distelrath (2017) und Madeleine Winter-Schulze (2018) ausgezeichnet.

Der nächste Landessporttag findet am 16. November 2024 in Hannover statt. Nach Beschluss des 48. Landessporttages erfolgt die Einladung und Einberufung nicht mehr in gedruckter Form, sondern digital. Sollten wichtige Gründe es erforderlich machen, kann der Landessporttag in Zukunft auch online tagen.




47. Landessporttag: Stabwechsel im Präsidium und Strategische Ziele 2030

Der 47. Landessporttag des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen fand in einer für die niedersächsische Sportorganisation einmaligen historischen Phase statt: zum Ende der Corona-Pandemie sehen sich Sportvereine, Sportbünde und Landesfachverbände bereits mit ersten Auswirkungen der Energiekrise und den Folgen der Zunahme geflüchteter Menschen in Niedersachsen konfrontiert. Die 297 anwesenden Delegierten haben mit ihren Beschlüssen dieser Situation Rechnung getragen und damit auch den bisherigen sportpolitischen Kurs des LSB – Bewährtes mit Neuem zu verbinden und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Landespolitik zu pflegen – bestätigt:

  • Die Ehrung des ehemaligen LSB-Präsidenten Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach mit Goldenen Ehrennadel mit Brillanten mit Ehrenbrief des LSB und seine Ernennung zum LSB-Ehrenpräsidenten
  • Die Wahl des bisherigen LSB-Vizepräsidenten André Kwiatkowski zum Nachfolger von Dr. Umbach.
  • Die Wiederwahl der bisherigen LSB-Vizepräsidentin Maria Bergmann und der LSB-Vizepräsidenten Michael Koop und Christian Röhling sowie als neue LSB-Vizepräsidentin Dr. Sabrina Rudolph
  • Der Beschluss über die „Strategischen Ziele 2030 des LSB“
  • Der Beschluss über den Haushaltsplan 2023 für die Teilhaushalte des LSB und den OSP

Würdigungen für Dr. Umbach

„Die Präsidentschaft von Dr. Umbach war eine gute Zeit für den LSB, sie war die prägendste Zeit für den LSB Niedersachsen.“ Mit diesen Worten bereitete der LSB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe das Feld für die Würdigungen aus dem Sport für den 77-Jährigen: Der DOSB-Präsident Thomas Weikert ehrte sein Wirken im nationalen Rahmen mit der goldenen Ehrennadel des DOSB. Der LSB würdigte ihn auf Beschluss des Präsidiums mit der Goldenen Ehrennadel mit Brillanten mit Ehrenbrief des LSB. Präsentiert wurde zudem die vierte LSB-Schmuckpalette, die LSB-Mitgliedsvereine für verdienstvolle Vereinsarbeit in den Abstufungen 100, 125 und 150 Jahre erhalten. Die neue „Wolf-Rüdiger Umbach Plakette“ würdigt die 175jährige Vereinsarbeit und wurde vom aktuellen Präsidium beschlossen.

Und schließlich ernannte der Landessporttag auf Vorschlag des Präsidiums Dr. Umbach zum LSB-Ehrenpräsidenten. Für das Land Niedersachsen überreichte Stephan Manke, Staatssekretär aus dem Ministerium für Inneres und Sport ein Niedersachsenross aus Porzellan. Dr. Umbach habe u.a. mit der Etablierung einer neuen Führungsstruktur für den LSB, eine landesweite hauptberufliche Geschäftsstellen-Struktur oder dem Neubau des LOTTO Sportinternates nachhaltige Akzente gesetzt.

In einem Video mit Grußworten zum Abschied von Dr. Umbach haben Weggefährten wie u.a. der Nds. Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius, der Präsident des Nds. Turner-Bundes Heiner Bartling, die ehem. Präsidentin des SSB Hannover Rita Girschikofsky und der ehemalige Wirtschaftsminister Walter Hirche von ihren gemeinsamen Aktivitäten für den niedersächsischen Sport berichtet. „Ich danke Allen, mit denen ich den LSB zum Wohle des organisierten Sports weiterentwickeln konnte. Der LSB ist für die Zukunft gut aufgestellt“, äußerte Dr. Umbach sichtlich bewegt. Die 42 Jahre ehrenamtlichen Engagements seien eine enorme Bereicherung für ihn gewesen, auch weil er vielen herausragenden Menschen begegnet sei.

Sport als Kultur- und Sozialgut

Ausgehend von seinem Verständnis von Sport als Kulturgut und Sozialgut erläuterte der Sportwissenschaftler Dr. Sven Güldenpfennig die Aufgabe, die Sportpolitik hat: Freiheitsräume zu schaffen, in denen sich die Potenziale des Sports entfalten und sportgerechte Spitzensport-Ereignisse gelingen können. Zur Sicherung der Existenz- und Zukunftsfähigkeit sei der Sport angewiesen auf starke Partnerschaften auch in der Politik. Dies gelte es beim alltäglichen sportpolitischen Handeln zu beachten. Dem LSB bescheinigte Dr. Güldenpfennig, mit einer realistischen und zugleich dezidierten Sportpolitik wichtige Erfolge erzielt zu haben.

Bericht des Präsidiums

Dr. Umbach dankte den Führungskräften in Vereinen, Sportbünden und Landesfachverbänden, sich so vielfältig für geflüchtete Menschen aus der Ukraine eingesetzt zu haben. Mit Blick auf die aktuell steigenden Zahlen geflüchteter Menschen in Niedersachsen bot er den Landkreisen, Städten und Gemeinden erneut an, dass der Sport vor Ort mit ihnen nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten suchen wolle, um den Vereins- und Schulsport nach Möglichkeit aufrecht erhalten zu können. Die Sicherung des Kinder- und Jugendsports stehe für den LSB und seiner Sportjugend in der aktuellen Phase besonders im Fokus. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Startklar-Programme verlängert werden. Kinder und Jugendliche brauchen die Sport- und Bewegungsangebote, das hat die große Nachfrage nach unseren Förderprogrammen gezeigt.“

Sportstättenbau

Positive Botschaften konnte der Präsident für den Sportstättenbau mitteilen: „Alle vorliegenden Anträge für das Jahr 2022 konnten von uns positiv beschieden werden. Das war nur möglich, weil wir drei Millionen Euro zusätzlich aus dem Corona-Sonderprogramm zur Unterstützung der Mitgliedergewinnung von Sportvereinen erhalten haben. Insgesamt hat der LSB für 2022 für fast 900 Baumaßnahmen 15,3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Das ist die höchste Fördersumme, die es jemals gegeben hat.“ Dem Koalitionsvertrag habe der LSB mit großer Zustimmung entnommen, dass das 2022 auslaufende Sportstättensanierungsprogramm über ein weiteres mehrjähriges Investitionsprogramm fortgesetzt werden solle. Darüber hinaus werde der LSB nach der geplanten Verabschiedung des Nachtragshaushalts durch den Landtag am 30. November, in dem auch besondere Unterstützungsleistungen für Sportverbände und -vereine zur Bewältigung der Energiekrise enthalten sind, über mögliche weitere Unterstützungen von Sportstättenbaumaßnahmen aus diesem Sonderprogramm zu entscheiden haben. „Die grundsätzliche Möglichkeit ist vorgesehen!“

Bewältigung der Energiekrise

Die sportpolitische Lobbyarbeit des LSB sei auch bei der Frage, wie die Energiekrise zu bewältigen sei, erfolgreich gewesen. Dr. Umbach hat dabei insbesondere auf die vom Land angekündigten 30 Mio. Euro zur Bewältigung der Energiekrise verwiesen und an den Energiegipfel mit dem Sportminister erinnert. Mit dem Ministerium für Inneres und Sport erarbeite der LSB aktuell die konkreten Unterstützungsleistungen. „Laut Auswertung der niedersächsischen Ergebnisse der DOSB-Umfrage zur Energiekrise sehen sich knapp die Hälfte der Sportverbände und -vereine mit starken Auswirkungen auf ihre Organisation konfrontiert. Die drei meistgenannten Folgen sind dabei Mitgliederrückgang, Rückgriff auf Rücklagen sowie fehlende Mitgliedergewinnung bei natürlicher Fluktuation. Die Parallelen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind offensichtlich, allerdings geben die Befragten eine Verdopplung der Schwere der Folgen der Energiekrise an.“

Vor diesem Hintergrund seien die Entlastungen von Bund und Land eine dringend notwendige Stütze für Vereine und Verbände zur Überwindung dieser Herausforderungen. Das Präsidium sei überzeugt, dass der Sport mit den angekündigten Unterstützungen die Krise überstehen werde. Die vom Haushaltsausschuss des Bundes in der letzten Woche beschlossene Aufstockung der Ausgaben im Bundeshaushalt 2023 um über 400 Mio. Euro für den Sport sei neben den schon beschlossenen Entlastungen in der Energiekrise ein weiteres starkes Signal der Politik an die deutschen Sportvereine und -verbände.

Dr. Umbach weiter: „Doch eines ist auch klar: Wir werden diese Krise nicht allein durch die Unterstützung des Staates durchstehen können. Deshalb bin ich froh über die vielen Einspar-Maßnahmen, die Sportvereine umsetzen, ohne ihren Sportbetrieb einzustellen. Der Sport ist stark und bleibt stark!“

Sicherer Sport

Der LSB habe, so Dr. Umbach, in diesem Jahr auch einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftspolitischen Thema „Sicherer Sport“ geleistet: Gemeinsam mit 16 Landesfachverbänden, dem Olympiastützpunkt Niedersachsen und dem LOTTO-Sportinternat habe der LSB das Präventionskonzept für den Leistungssport am Standort Hannover unterzeichnet, das am 1. Januar 2023 in Kraft treten werde.

Autonomie des Sports

Dr. Umbach hat an die Autonomie des Sports als ein hohes Gut und das Subsidiaritätsprinzip als Grundlagen des Zusammenwirkens von Sport und Politik erinnert und angekündgt, dass das neue LSB-Präsidium dem Landessporttag 2023 eine Beitragsanpassung für die LSB-Mitgliedsbeiträge mit Wirkung zum 1. Januar 2025 mit einer dreijährigen Bindungsfrist empfehlen wird.

Für den Wirtschaftsbeirat hat dessen Vorsitzender Walter Kleine angekündigt, dass sich dieser im kommenden Jahr in einer Sondersitzung mit dem Thema „Auswirkungen einer Beitragserhöhung auf Vereine“ befassen und die Ergebnisse dem Präsidium vorstellen werde.

Wahlen zum neuen Präsidium

Die Delegierten haben beim 47. Landessporttag André Kwiatkowski zum Nachfolger für Dr. Umbach gewählt. Er setzte sich mit großer Mehrheit gegenüber seiner Mitbewerberin um das Amt, Dagmar Ernst, durch.

In ihren Positionen wiedergewählt worden sind die Vizepräsidentin Maria Bergmann sowie die Vizepräsidenten Christian Röhling und Michael Koop. Neu in das Präsidium gewählt worden ist die Vizepräsidentin Dr. Sabrina Rudolph. Durch ihre Ämter gesetzt und nicht zur Wahl standen die weiteren Präsidiumsmitglieder: Jörn Leiding als Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Sportbünde, Michael S. Langer als Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Landesfachverbände, Reiner Sonntag als Vorsitzender der Sportjugend Niedersachsen sowie der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe und der stellv. Vorstandsvorsitzende Marco Lutz.

Finanzpolitische Beschlüsse

Der 47. Landessporttag hat die Teilhaushalte für den LSB und den OSP des LSB-Haushaltsplans 2023 im Volumen von rund 60 Mio. Euro beschlossen. In Vorbereitung ist eine neue LSB-Förderrichtlinie, um die vom Land angekündigten 30 Mio. Euro zur Bewältigung der Energiekrise m Rahmen des Nachtragshaushaltes des Landes ab Anfang 2023 bereitzustellen. Die Sportjugend Niedersachsen hatte ihren Teilhaushalt für 2023 über rund 3 Mio. Euro auf ihrer Vollversammlung bereits beschlossen.

Der Landessporttag hat zudem den Jahresabschluss 2021, das Jahresergebnis 2021 sowie die Ergebnisverwendung 2021 des LSB.

Der Landessporttag hat ferner eine Änderung der Finanzordnung beschlossen, damit bei Dienstreisen innerhalb der Sportorganisation von nun an für die Wegstreckenentschädigung die Niedersächsische Reisekostenverordnung gilt.

Strategische Ziele 2030

Der Landessporttag hat die „Strategischen Ziele 2030 des LSB“ beschlossen. Darin sind die die drei Leitziele Vereins- und Verbandsentwicklung sowie für den LSB als gesellschaftlicher Akteur definiert und die Aufgaben des LSB zur Umsetzung formuliert. Im Jahr 2019 hat der LSB-Vorstand auf Anregung des Präsidenten ein Projekt eingerichtet mit dem Ziel, eine LSB-Strategie 2030 zu entwickeln. Als Steuerungsgruppe wurde das Präsidium eingesetzt. Im Januar und Februar 2022 wurden die vorliegenden Ergebnisse in drei Konferenzen mit Vertreterinnen und Vertretern der Sportbünde, der Landesfachverbände und mit den Mitarbeitenden der LSB-Geschäftsstelle beraten. Im September fanden drei Vereinsdialoge mit rund 170 Vertretungen von Sportvereinen statt. Insgesamt wurden in dem Beteiligungsprozess drei Leitziele und 20 Teilziele intensiv beraten und geschärft. Das Präsidium hatte bereits in seiner Juni-Sitzung die Arbeitsergebnisse der gemeinsamen Beratung des Arbeitsausschusses „LSB-Strategie 2030“ und der Präsidialkommission „Sportorganisationen vor Ort“ und den von der Projektgruppe vorgeschlagenen weiteren Weg bestätigt

Aufnahmeantrag des Nds. Bogensport Verbandes

Und schließlich hat der Landessporttag festgestellt, dass es sich bei dem aufnahmeersuchenden Niedersächsischen Bogensport Verband e.V. um einen konkurrierenden Verband zum LSB-Mitglied Schützenbund Niedersachsen e.V. gemäß der LSB-Aufnahmeordnung handelt. Beide Verbände müssen nun in den kommenden zwei Jahren das Mit- und Nebeneinander klären.

Foto:  Das neue LSB-Präsidium Maria Bergmann, Dr. Sabrina Rudolph, Christian Röhling, Jörn Leiding, André Kwiatkowski, Reiner Sonntag, Michael S. Langer, Michael Koop, Reinhard Rawe, Marco Lutz

Foto Oliver Knoblich




Stellenausschreibung LSB Niedersachsen

Der LandesSportBund Niedersachsen sucht eine/ einen Referentin / Referenten (m/w/d) im Team Sportentwicklung.

Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, dann erreichen Sie Frau Christa Lange telefonisch unter 0511 1268-158 oder per E-Mail clange@lsb-niedersachsen.de.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an Frau Lucia Bock bis zum 02. Dezember 2022.

Die Ausschreibung und weitere Informationen finden Sie hier.




Stellenausschreibungen LSB Niedersachsen

Der LandesSportBund Niedersachsen sucht neue Mitarbeitende für folgende Stellen:

 

Ihre Ansprechpartnerin im
LandesSportBund Niedersachsen e.V.
Lucia Bock – Allgemeine Verwaltung
0511/1268-131
lbock@lsb-niedersachsen.de




Teilhabe am Vereinssport – Inklusive LSB-Sportwoche via ZOOM

Das inklusive, virtuelle Sportangebot des LSB-Projekts „Teilhabe am Vereinssport“ geht in die nächste Runde. Übungsleitende niedersächsischer Vereine filmen sich bei Sporteinheiten. Interessierte Menschen mit und ohne Behinderungen können sich live dazuschalten und mitmachen.

Damit reagieren die Projekt-Verantwortlichen auf die große Nachfrage der Teilnehmenden. Ende März 2021 hatten Übungsleitende aus niedersächsischen Sportvereinen eine Woche lang jeden Tag drei niederschwellige Angebote über die Videoplattform „Zoom“ gemacht. Die Einheiten wurden live in die Einrichtungen der Behindertenhilfe, aber auch in viele private Wohnzimmer, übertragen. Mehr als 150 Menschen mit und ohne Behinderungen nahmen an den verschiedenen Einheiten teil.

Von Montag, 10.01.2022 bis Freitag, 14.01.2022 wird es täglich zwei niederschwellige Sporteinheiten für Alle geben.

https://us02web.zoom.us/j/86901391458

Meeting-ID: 869 0139 1458

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den LSB-Projektreferenten Jaak Beil:
Jaak Beil
Tel.: (+49) (0) 511 1268 – 273
E-Mail: jbeil@lsb-niedersachsen.de




LSB-Präsidium: Empfehlung für Vereine, Landesfachverbände, Sportbünde und Sportjugenden wegen COVID-19 (Corona)

Das Präsidium und der Vorstand des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen haben nach der Beschlussfassung der Niedersächsischen Landesregierung am Freitagvormittag, den Schul-, KITA- und Hortbetrieb vom 16.03. bis zum 18.4.2020 einzustellen und den aktuellen politischen Erklärungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Telefonkonferenz am heutigen Freitag diese Erklärung für Sportvereine, Landesfachverbände sowie an die Sportbünde als Gliederungen des LSB beschlossen:

Empfehlung für Sportvereine und Landesfachverbände

 Der LSB empfiehlt seinen Mitgliedsvereinen und-verbänden ab sofort die vollständige Einstellung des Wettkampf-und Trainingsbetriebes zunächst bis zum 19. April 2020. Darüber hinaus empfehlen wir die Absage bzw. Verschiebung aller sonstigen Veranstaltungen, Aktivitäten und Maßnahmen in dem genannten Zeitraum. Hierzu zählen u.a. Maßnahmen der Aus-,  Fort- und Weiterbildung sowie Sportfachtagungen.

Regelung für Maßnahmen des LSB,  seiner Sportjugend und der Sportbünde als Gliederungen des LSB, der Akademie des Sports, des Lotto-Sport-Internats und des OSP Niedersachsen.

 Der LSB und seine Sportjugend haben im Rahmen ihrer eigenen Verantwortung ihre sämtlichen Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie sämtliche Maßnahmen seiner Gliederungen ab heute bis zum 19. April abgesagt.

Die Akademie des Sports stellt den Tagungs- und Seminarbetrieb mit dem heutigen Tag bis 19.4. an ihren Standorten Hannover und Clausthal-Zellerfeld ein. Alle Belegungen für den genannten Zeitraum werden storniert.

Präsidium und Vorstand sind der Auffassung, dass der Sport in Niedersachsen schnell und aktiv handeln muss, um seinen Beitrag dazu zu leisten, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Wir teilen die Auffassung der Bundes- und der Landesregierung, dass in dieser schwierigen Phase das Freizeitverhalten jedes und jeder Einzelnen überdacht werden muss und Sozialkontakte möglichst zu vermeiden sind. Die Entscheidung für die ausgesprochene Empfehlung ist uns sehr schwer gefallen, da gerade der Sport eine tragende Säule des sozialen Miteinanders in unserer Gesellschaft ist. Da aber gerade in der gemeinsamen Sportausübung und in dem sozialen Miteinander im Sportverein aktuell besondere Risiken für eine Erkrankung mit dem Coronavirus liegen, haben wir uns mit voller Überzeugung für diese einschneidende und eindeutige Empfehlung entschieden. Einige Landesfachverbände innerhalb des LSB haben bereits entschieden und innerhalb ihrer Mitgliedsvereine kommuniziert, dass der Wettkampfbetrieb ab sofort eingestellt wird. Zahlreiche Sportveranstaltungen sind bereits abgesagt worden. Wir halten es für erforderlich, dass der Sportbetrieb auch innerhalb der Sportvereine in den nächsten Wochen ruhen sollte und es damit  ein einheitliches Handeln innerhalb des Sports in Niedersachsen gibt. In zahlreichen Gesprächen in diesen Tagen mit Vertretern von Sportvereinen, Landesfachverbänden und Sportbünden ist deutlich geworden, dass genau dieses einheitliche Handeln dringend geboten ist.

Unsere Empfehlungen an die Mitgliedsvereine und-verbände sowie die für den LSB selbst beschlossenen Maßnahmen sind von weitreichender Bedeutung für den Sport und weit darüber hinaus. Wir sind uns der Tragweite unserer Empfehlungen und Beschlüsse bewusst, halten sie aber für unverzichtbar und bitten Sie gleichzeitig um Verständnis.

Über Empfehlungen und Beschlüsse, die über den 19.4.2020 hinaus wirken, wird der LSB die Sportorganisation rechtzeitig informieren.

(Pressemitteilung des LSB Niedersachsen am 13.03.2020)