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Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen

Der Behinderten-Sportverband Niedersachsen ruft zu mehr Barrierefreiheit auf allen Ebenen auf
Am 3. Dezember findet alljährlich der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen“ statt. „Dieser Tag ist in unserer heutigen Gesellschaft noch immer notwendig. Denn Menschen mit Behinderungen sind nach wie vor viel zu oft von wirklicher Teilhabe und Mitbestimmung ausgeschlossen“, so Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN), der aus diesem Anlass für die 57.000 Mitglieder zählende Organisation Bilanz zieht. – Bilanz eines Jahres, das für Menschen mit Behinderungen oftmals eine besonders schwere Prüfung darstellte.
Zeigte sich doch pandemiebedingt, wie entscheidend barrierefreie Zugänge zu Informationen sind, sowohl für den persönlichen Alltag als auch für die Berufsausübung, speziell im Home-Office.
„Auch zwölf Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention“, so Finke, „offenbaren sich bei den digitalen Medien eklatante Lücken, was die Barrierefreiheit angeht.“ So könnten blinde und sehbehinderte Menschen und Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen nur einen Bruchteil der Angebote nutzen. „Das fängt bei schlechten Kontrasten an und hört bei fehlenden
Audiodeskriptionen nicht auf.“ Und gemeinsam mit Peter Fiebiger, dem Präsidenten des Gehörlosen-Sportverbands Niedersachsen beklagt Finke auch, dass der Einsatz von Gebärdendolmetschern weitestgehend auf die öffentlich-rechtlichen Sender beschränkt ist. Auch nicht ausfüllbare Dokumente und nicht lesbare Downloads stellen unüberwindbare Probleme dar.
Unter dem Strich sieht Karl Finke dringenden Handlungsbedarf: „Auch wenn es sich situativ besonders zeigt, auch über die Krise hinweg muss Kommunikation konsequent barrierefrei gestaltet werden: Gebärdensprache, Brailleschrift, leichte Sprache, digitale Barrierefreiheit sind Elemente, die gesetzlich festzuschreiben sind.“
Dies sind Forderungen, wie sie auch der aktuell verabschiedete Masterplan Inklusion enthält, den der LandesSportBund Niedersachsen, der BSN, Special Olympics Niedersachsen und dem Gehörlosensportverband Niedersachsen gemeinsam erarbeitet haben.