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47. Landessporttag: Stabwechsel im Präsidium und Strategische Ziele 2030

Der 47. Landessporttag des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen fand in einer für die niedersächsische Sportorganisation einmaligen historischen Phase statt: Zum Ende der Corona-Pandemie sehen sich Sportvereine, Sportbünde und Landesfachverbände bereits mit ersten Auswirkungen der Energiekrise und den Folgen der Zunahme geflüchteter Menschen in Niedersachsen konfrontiert. Die 297 anwesend Delegierten haben mit ihren Beschlüssen dieser Situation Rechnung getragen und damit auch den bisherigen sportpolitischen Kurs des LSB – Bewährtes mit Neuem zu verbinden und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Landespolitik zu pflegen – bestätigt:

  • Die Ehrung des ehemaligen LSB-Präsidenten Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach mit Goldenen Ehrennadel mit Brillanten mit Ehrenbrief des LSB und seine Ernennung zum LSB-Ehrenpräsidenten
  • Die Wahl des bisherigen LSB-Vizepräsidenten André Kwiatkowski zum Nachfolger von Dr. Umbach.
  • Die Wiederwahl der bisherigen LSB-Vizepräsidentin Maria Bergmann und der LSB-Vizepräsidenten Michael Koop und Christian Röhling sowie als neue LSB-Vizepräsidentin Dr. Sabrina Rudolph
  • Der Beschluss über die „Strategischen Ziele 2030 des LSB“
  • Der Beschluss über den Haushaltsplan 2023 für die Teilhaushalte des LSB und den OSP

Würdigungen für Dr. Umbach

„Die Präsidentschaft von Dr. Umbach war eine gute Zeit für den LSB, sie war die prägendste Zeit für den LSB Niedersachsen.“ Mit diesen Worten bereitete der LSB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe das Feld für die Würdigungen aus dem Sport für den 77-Jährigen: Der DOSB-Präsident Thomas Weikert ehrte sein Wirken im nationalen Rahmen mit der goldenen Ehrennadel des DOSB. Der LSB würdigte ihn auf Beschluss des Präsidiums mit der Goldenen Ehrennadel mit Brillanten mit Ehrenbrief des LSB. Präsentiert wurde zudem die vierte LSB-Schmuckpalette, die LSB-Mitgliedsvereine für verdienstvolle Vereinsarbeit in den Abstufungen 100, 125 und 150 Jahre erhalten. Die neue „Wolf-Rüdiger Umbach Plakette“ würdigt die 175jährige Vereinsarbeit und wurde vom aktuellen Präsidium beschlossen.

Und schließlich ernannte der Landessporttag auf Vorschlag des Präsidiums Dr. Umbach zum LSB-Ehrenpräsidenten. Für das Land Niedersachsen überreichte Stephan Manke, Staatssekretär aus dem Ministerium für Inneres und Sport ein Niedersachsenross aus Porzellan. Dr. Umbach habe u.a. mit der Etablierung einer neuen Führungsstruktur für den LSB, eine landesweite hauptberufliche Geschäftsstellen-Struktur oder dem Neubau des LOTTO Sportinternates nachhaltige Akzente gesetzt.

In einem Video mit Grußworten zum Abschied von Dr. Umbach haben Weggefährten wie u.a. der Nds. Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius, der Präsident des Nds. Turner-Bundes Heiner Bartling, die ehem. Präsidentin des SSB Hannover Rita Girschikofsky und der ehemalige Wirtschaftsminister Walter Hirche von ihren gemeinsamen Aktivitäten für den niedersächsischen Sport berichtet. „Ich danke Allen, mit denen ich den LSB zum Wohle des organisierten Sports weiterentwickeln konnte. Der LSB ist für die Zukunft gut aufgestellt“, äußerte Dr. Umbach sichtlich bewegt. Die 42 Jahre ehrenamtlichen Engagements seien eine enorme Bereicherung für ihn gewesen, auch weil er vielen herausragenden Menschen begegnet sei.

Sport als Kultur- und Sozialgut

Ausgehend von seinem Verständnis von Sport als Kulturgut und Sozialgut erläuterte der Sportwissenschaftler Dr. Sven Güldenpfennig die Aufgabe, die Sportpolitik hat: Freiheitsräume zu schaffen, in denen sich die Potenziale des Sports entfalten und sportgerechte Spitzensport-Ereignisse gelingen können. Zur Sicherung der Existenz- und Zukunftsfähigkeit sei der Sport angewiesen auf starke Partnerschaften auch in der Politik. Dies gelte es beim alltäglichen sportpolitischen Handeln zu beachten. Dem LSB bescheinigte Dr. Güldenpfennig, mit einer realistischen und zugleich dezidierten Sportpolitik wichtige Erfolge erzielt zu haben.

Bericht des Präsidiums

Dr. Umbach dankte den Führungskräften in Vereinen, Sportbünden und Landesfachverbänden, sich so vielfältig für geflüchtete Menschen aus der Ukraine eingesetzt zu haben. Mit Blick auf die aktuell steigenden Zahlen geflüchteter Menschen in Niedersachsen bot er den Landkreisen, Städten und Gemeinden erneut an, dass der Sport vor Ort mit ihnen nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten suchen wolle, um den Vereins- und Schulsport nach Möglichkeit aufrecht erhalten zu können. Die Sicherung des Kinder- und Jugendsports stehe für den LSB und seiner Sportjugend in der aktuellen Phase besonders im Fokus. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Startklar-Programme verlängert werden. Kinder und Jugendliche brauchen die Sport- und Bewegungsangebote, das hat die große Nachfrage nach unseren Förderprogrammen gezeigt.“

Sportstättenbau

Positive Botschaften konnte der Präsident für den Sportstättenbau mitteilen: „Alle vorliegenden Anträge für das Jahr 2022 konnten von uns positiv beschieden werden. Das war nur möglich, weil wir drei Millionen Euro zusätzlich aus dem Corona-Sonderprogramm zur Unterstützung der Mitgliedergewinnung von Sportvereinen erhalten haben. Insgesamt hat der LSB für 2022 für fast 900 Baumaßnahmen 15,3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Das ist die höchste Fördersumme, die es jemals gegeben hat.“ Dem Koalitionsvertrag habe der LSB mit großer Zustimmung entnommen, dass das 2022 auslaufende Sportstättensanierungsprogramm über ein weiteres mehrjähriges Investitionsprogramm fortgesetzt werden solle. Darüber hinaus werde der LSB nach der geplanten Verabschiedung des Nachtragshaushalts durch den Landtag am 30. November, in dem auch besondere Unterstützungsleistungen für Sportverbände und -vereine zur Bewältigung der Energiekrise enthalten sind, über mögliche weitere Unterstützungen von Sportstättenbaumaßnahmen aus diesem Sonderprogramm zu entscheiden haben. „Die grundsätzliche Möglichkeit ist vorgesehen!“

Bewältigung der Energiekrise

Die sportpolitische Lobbyarbeit des LSB sei auch bei der Frage, wie die Energiekrise zu bewältigen sei, erfolgreich gewesen. Dr. Umbach hat dabei insbesondere auf die vom Land angekündigten 30 Mio. Euro zur Bewältigung der Energiekrise verwiesen und an den Energiegipfel mit dem Sportminister erinnert. Mit dem Ministerium für Inneres und Sport erarbeite der LSB aktuell die konkreten Unterstützungsleistungen. „Laut Auswertung der niedersächsischen Ergebnisse der DOSB-Umfrage zur Energiekrise sehen sich knapp die Hälfte der Sportverbände und -vereine mit starken Auswirkungen auf ihre Organisation konfrontiert. Die drei meistgenannten Folgen sind dabei Mitgliederrückgang, Rückgriff auf Rücklagen sowie fehlende Mitgliedergewinnung bei natürlicher Fluktuation. Die Parallelen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind offensichtlich, allerdings geben die Befragten eine Verdopplung der Schwere der Folgen der Energiekrise an.“

Vor diesem Hintergrund seien die Entlastungen von Bund und Land eine dringend notwendige Stütze für Vereine und Verbände zur Überwindung dieser Herausforderungen. Das Präsidium sei überzeugt, dass der Sport mit den angekündigten Unterstützungen die Krise überstehen werde. Die vom Haushaltsausschuss des Bundes in der letzten Woche beschlossene Aufstockung der Ausgaben im Bundeshaushalt 2023 um über 400 Mio. Euro für den Sport sei neben den schon beschlossenen Entlastungen in der Energiekrise ein weiteres starkes Signal der Politik an die deutschen Sportvereine und -verbände.

Dr. Umbach weiter: „Doch eines ist auch klar: Wir werden diese Krise nicht allein durch die Unterstützung des Staates durchstehen können. Deshalb bin ich froh über die vielen Einspar-Maßnahmen, die Sportvereine umsetzen, ohne ihren Sportbetrieb einzustellen. Der Sport ist stark und bleibt stark!“

Sicherer Sport

Der LSB habe, so Dr. Umbach, in diesem Jahr auch einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftspolitischen Thema „Sicherer Sport“ geleistet: Gemeinsam mit 16 Landesfachverbänden, dem Olympiastützpunkt Niedersachsen und dem LOTTO-Sportinternat habe der LSB das Präventionskonzept für den Leistungssport am Standort Hannover unterzeichnet, das am 1. Januar 2023 in Kraft treten werde.

Autonomie des Sports

Dr. Umbach hat an die Autonomie des Sports als ein hohes Gut und das Subsidiaritätsprinzip als Grundlagen des Zusammenwirkens von Sport und Politik erinnert und angekündgt, dass das neue LSB-Präsidium dem Landessporttag 2023 eine Beitragsanpassung für die LSB-Mitgliedsbeiträge mit Wirkung zum 1. Januar 2025 mit einer dreijährigen Bindungsfrist empfehlen wird.

Für den Wirtschaftsbeirat hat dessen Vorsitzender Walter Kleine angekündigt, dass sich dieser im kommenden Jahr in einer Sondersitzung mit dem Thema „Auswirkungen einer Beitragserhöhung auf Vereine“ befassen und die Ergebnisse dem Präsidium vorstellen werde.

Wahlen zum neuen Präsidium

Die Delegierten haben beim 47. Landessporttag André Kwiatkowski zum Nachfolger für Dr. Umbach gewählt. Er setzte sich mit großer Mehrheit gegenüber seiner Mitbewerberin um das Amt, Dagmar Ernst, durch.

In ihren Positionen wiedergewählt worden sind die Vizepräsidentin Maria Bergmann sowie die Vizepräsidenten Christian Röhling und Michael Koop. Neu in das Präsidium gewählt worden ist die Vizepräsidentin Dr. Sabrina Rudolph. Durch ihre Ämter gesetzt und nicht zur Wahl standen die weiteren Präsidiumsmitglieder: Jörn Leiding als Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Sportbünde, Michael S. Langer als Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Landesfachverbände, Reiner Sonntag als Vorsitzender der Sportjugend Niedersachsen sowie der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe und der stellv. Vorstandsvorsitzende Marco Lutz.

Finanzpolitische Beschlüsse

Der 47. Landessporttag hat die Teilhaushalte für den LSB und den OSP des LSB-Haushaltsplans 2023 im Volumen von rund 60 Mio. Euro beschlossen. In Vorbereitung ist eine neue LSB-Förderrichtlinie, um die vom Land angekündigten 30 Mio. Euro zur Bewältigung der Energiekrise m Rahmen des Nachtragshaushaltes des Landes ab Anfang 2023 bereitzustellen. Die Sportjugend Niedersachsen hatte ihren Teilhaushalt für 2023 über rund 3 Mio. Euro auf ihrer Vollversammlung bereits beschlossen.

Der Landessporttag hat zudem den Jahresabschluss 2021, das Jahresergebnis 2021 sowie die Ergebnisverwendung 2021 des LSB.

Der Landessporttag hat ferner eine Änderung der Finanzordnung beschlossen, damit bei Dienstreisen innerhalb der Sportorganisation von nun an für die Wegstreckenentschädigung die Niedersächsische Reisekostenverordnung gilt.

Strategische Ziele 2030

Der Landessporttag hat die „Strategischen Ziele 2030 des LSB“ beschlossen. Darin sind die die drei Leitziele Vereins- und Verbandsentwicklung sowie für den LSB als gesellschaftlicher Akteur definiert und die Aufgaben des LSB zur Umsetzung formuliert. Im Jahr 2019 hat der LSB-Vorstand auf Anregung des Präsidenten ein Projekt eingerichtet mit dem Ziel, eine LSB-Strategie 2030 zu entwickeln. Als Steuerungsgruppe wurde das Präsidium eingesetzt. Im Januar und Februar 2022 wurden die vorliegenden Ergebnisse in drei Konferenzen mit Vertreterinnen und Vertretern der Sportbünde, der Landesfachverbände und mit den Mitarbeitenden der LSB-Geschäftsstelle beraten. Im September fanden drei Vereinsdialoge mit rund 170 Vertretungen von Sportvereinen statt. Insgesamt wurden in dem Beteiligungsprozess drei Leitziele und 20 Teilziele intensiv beraten und geschärft. Das Präsidium hatte bereits in seiner Juni-Sitzung die Arbeitsergebnisse der gemeinsamen Beratung des Arbeitsausschusses „LSB-Strategie 2030“ und der Präsidialkommission „Sportorganisationen vor Ort“ und den von der Projektgruppe vorgeschlagenen weiteren Weg bestätigt

Aufnahmeantrag des Nds. Bogensport Verbandes

Und schließlich hat der Landessporttag festgestellt, dass es sich bei dem aufnahmeersuchenden Niedersächsischen Bogensport Verband e.V. um einen konkurrierenden Verband zum LSB-Mitglied Schützenbund Niedersachsen e.V. gemäß der LSB-Aufnahmeordnung handelt. Beide Verbände müssen nun in den kommenden zwei Jahren das Mit- und Nebeneinander klären.

Foto:  Das neue LSB-Präsidium Maria Bergmann, Dr. Sabrina Rudolph, Christian Röhling, Jörn Leiding, André Kwiatkowski, Reiner Sonntag, Michael S. Langer, Michael Koop, Reinhard Rawe, Marco Lutz

Foto Oliver Knoblich




Neue Fördermöglichkeit: „Hauptamt-ready“ Engagement in Sportvereinen professionalisieren

Machen Sie Ihren Verein Hauptamt-ready! Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung sucht ehrenamtliche Vereine mit ambitionierten und engagierten Köpfen, die bereit sind, gemeinsam Ihren Verein voranzubringen.

Gemeinsam mit dem Start-up „Klubtalent“ möchte die Stiftung das Hauptamt in Sportvereinen etablieren. Ziel ist es, Vereinen dabei zu helfen, ihr volles Potential auszuschöpfen und gleichzeitig das Ehrenamt zu entlasten.

Es werden Vereine bei der Umsetzung des Programms „Hauptamt-ready“ unterstützt, indem die Stiftung anteilige Kosten übernehmen kann.

Das klingt spannend für Ihren Verein? Dann laden wir Sie herzlich zu unserer Infoveranstaltungen ein:

Am 6. Dezember 2022, um 18:15 Uhr.

Bitte melden Sie sich unter folgendem Link zu Ihrer Infoveranstaltung an:

https://forms.office.com/r/cNefe17yTy

Inforationen zu Förderung finden Sie hier:

https://www.lotto-sport-stiftung.de/aktuelles/hauptamt-ready/




Landesregierung beschließt Entlastungspaket – LSB erhält 30 Mio. € zur Entlastung der Vereine!

Hier das offizielle Statement des LSB-Vorsitzenden Reinhard Rawe:

Die sportpolitischen Initiativen und Aktivitäten des LSB in den vergangenen Monaten waren erfolgreich.

Wie Sie der Tagespresse von heute entnehmen können, hat die Niedersächsische Landesregierung gestern ein Sofortprogramm zugunsten von Menschen, Unternehmen, Kommunen und sozialen Einrichtungen beschlossen. Die Presseerklärung der Niedersächsischen Landesregierung ist in der Anlage beigefügt. Es ist beabsichtigt, dass 30 Mio. € an „die Sportvereine“ gehen sollen, damit den enormen Kostensteigerungen im Energiesektor begegnet werden kann.

Seit einigen Wochen befinden wir uns im direkten Austausch mit dem Ministerium für Inneres und Sport (MI) und arbeiten an einer Umsetzung der politischen Absicht. Der Gesamtbetrag von 30 Mio € soll durch eine Änderung des Niedersächsischen Sportfördergesetzes noch im Dezember 2022 direkt an den Landessportbund fließen. Für eine möglichst unbürokratische Abwicklung dieser zusätzlichen Förderung ist eine LSB-interne Richtlinie erforderlich. Diese Richtlinie wird aktuell mit dem MI beraten. Die Abstimmung werden wir noch in dieser Woche abschließen. Antragsberechtigt sollen neben den Sportvereinen auch die Sportbünde und Landesfachverbände sein. Der Schwerpunkt der Förderung wird die direkte Hilfe zur finanziellen Entlastung der Antragsteller durch gestiegene Energiekosten sein. Daneben werden aber auch Energie-und Beleuchtungsberatungen, Solarschecks, Maßnahmen zur Energieeinsparung sowie die Anschaffung von Outdoor-Geräten gefördert. Auch die Förderung von investiven Maßnahmen zur regenerativen Wärme- und Energieerzeugung ist vorgesehen. Die erforderliche Richtlinie wird das LSB-Präsidium in seiner Sitzung am 7.12.2022 beschließen. Eine Antragstellung wird ausschließlich elektronisch über das Förderportal möglich sein. Hierfür sind umfangreiche Programmierleistungen erforderlich; auch daran wird bereits gearbeitet.

Wenn der Niedersächsische Landtag im Rahmen seiner Sitzung am 30.11.2022 den Nachtragshaushaltsplan verabschiedet, das Niedersächsische Sportfördergesetz geändert, die mit dem MI abgestimmten Richtlinien an 7. Dezember vom LSB-Präsidium beschlossen werden, wir das erforderliche Abrechnungsprogramm erstellt haben und dem LSB die avisierten zusätzlichen Mittel als Finanzhilfe zur Verfügung stehen, werden ab Anfang Januar 2023 Anträge gestellt werden können. Alle Beteiligten sind sehr optimistisch, dass dieser Fahrplan eingehalten wird.

Im Rahmen des Landessporttages am kommenden Wochenende werden wir den aktuellen Sachstand kommunizieren. Mit den auf Bundesebene beschlossenen Soforthilfemaßnahmen im Dezember und den im nächsten Jahr wirksam werdenden Preisdeckeln sind wirksame Maßnahmen beschlossen worden, die das Sportsystem in Niedersachsen stabilisieren werden. Wir sind außerordentlich dankbar für die gewährten Unterstützungen und sind sehr optimistisch, dass der Sport in Niedersachsen sein umfangreiches Angebot und seine gesellschaftspolitischen Aufgaben aufrechterhalten wird. Diese optimistische Einschätzung sollten wir weitertragen. Die in Einzelfällen vorhandenen großen Probleme und Herausforderungen verkennen wir hierbei nicht.

Presseinformation der Landesregierung




Wieder warmes Wasser in den Sporthallen!

In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Stadtsportsbundes Ralph Bode hat Oberbürgermeisterin Katharina Pötter Sportlerinnen und Sportler darüber informiert, dass die Warmwasseraufbereitung für die Duschen in den städtischen Sportanlagen wieder angestellt wird. „Wir haben aufgrund der anstehenden niedrigen Außentemperaturen die Energiesparmaßnahmen neu bewertet und mit Blick auf die aktuelle Lage auf Angemessenheit überprüft“, schreibt die Oberbürgermeisterin. Zum Wochenende wird wieder warmes Wasser aus den Duschen fließen. Gleichwohl bittet die Oberbürgermeisterin Sportlerinnen und Sportler um einen sparsamen Wasserverbrauch.“




Online Dialoge „Online Sport Niedersachsen“

Dein Verein möchte sich einen virtuellen Vereinsraum einrichten, indem er Live-, Hybrid- (digital sowie vor Ort) und On demand-Angebote (aufgenommene Videos) gebündelt für seine Mitglieder anbieten kann? Auf der neuen Plattform Online Sport Niedersachsen ist dies für jeden niedersächsischen Verein möglich – und das völlig kostenlos!

Das klingt spannend? Der LandesSportBund Niedersachsen bietet zwei Online-Termine an, in denen die Plattform vorgestellt wird und mögliche Rückfragen geklärt werden können.

  1. Termin am Mittwoch 16.11.2022 um 17:30 Uhr:

Anmeldung unter https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZUudOGupzItGN1noXaRIVR8-f5-vZyztR5M

  1. Termin am Mittwoch 23.11.2022 um 10:00 Uhr:

Anmeldung unter https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZAocemqqjMsHtMa-v4FXA4EzeVRJ5Z7Wqr5

Weitere Informationen sind auf der Webseite zu finden: https://www.sportvereintuns.de/onlinesport/vereine-login.php




Sportjugend: Aktionstage in Kitas und Schulen – Förderportal wieder auf

Das Niedersächsische Kultusministerium hat die Frist für Förderanträge aus dem Programm „Startklar in die Zukunft“ für Aktionstage zur Neumitgliedergewinnung in Kitas und Schulen bis zum 16. Dezember 2022 verlängert. Die Sportjugend Niedersachsen kann nun die noch verbleibenden rund 1,3 Mio. Euro aus der Zuwendung von Anfang 2022 bereitstellen. bewilligt. Aktionstage können bis zum 31. Januar 2023 durchgeführt werden.

Bereits im Frühjahr hatten der LandesSportBund mit seiner Sportjugend Niedersachsen eine Zuwendung über 3,9 Mio. Euro vom Niedersächsischen Kultusministerium aus dem Aktionsprogramm „Startklar in die Zukunft“ des Landes erhalten, um Bewegungsfördernde Maßnahmen von Sportvereinen in Kita und Schule zu unterstützen. Beantragt werden konnten Mittel für die Durchführung von Aktionstagen in Kitas und Schulen sowie Gutscheine für Neumitgliedschaften von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen.

Genehmigt werden konnten bislang 1982 Anträge von 325 Sportvereinen, die in 1060 Schulen und Kitas Angebote gemacht haben. 953 Kinder und Jugendliche nutzen inzwischen in 57 Sportvereinen die Sportangebote.

Sj-Vorsitzender Reiner Sonntag: „Wir danken dem Kultusministerium, das uns erneut noch einmal Mittel zur Verfügung stellt. Der Bedarf in Kitas und Schulen an bewegten Tagesveranstaltungen ist unverändert hoch. Für die Sportjugend sind die Aktionstage eine große Chance, Zugang zu ALLEN Kindern und Jugendlichen zu erhalten und für den Vereinssport zu interessieren. Unser Dank gilt auch den vielen Engagierten in Vereinen, Verbänden, Kitas und Schulen, die die bisherigen Aktionstage durchgeführt haben und so aus Geld Bewegungschancen für junge Menschen gemacht haben.“

Stellv. LSB-Vorstandsvorsitzender Marco Lutz: „Die Sportjugend versteht sich als Impulsgeber, um ALLE jungen Menschen zusammenzubringen und ihnen Angebote für sportliche und soziale Kompetenzentwicklung auf dem Weg zwischen Kita, Schule und Beruf zu vermitteln. Für unsere Landesfachverbände und Mitgliedsvereine sind diese Aktionstage wichtig auch als Schaufenster für ihre Sportarten und Vereinsangebote.“

Weitere Details zum Förderprogramm:

https://www.sportjugend-nds.de/schule-kita-verein/bewegungsfoerderung-2022




Fördermöglichkeiten im Bereich Digitalisierung

Insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie wichtig digitale Kompetenzen auch für Vereine bzw. das Ehrenamt sind. Nachfolgend daher ein kurzer Überblick zu aktuellen Fördermöglichkeiten im Bereich „Digitalisierung“ für Sportvereine bzw. gemeinnützige Organisationen:

 digitalbonus.Vereine.Niedersachsen

Das Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung (MW) bezuschusst mit dem digitalbonus.Vereine.Niedersachsen“ Investitionen in IKT-Hardware, -Software oder Softwarelizenzen sowie Investitionen in Hard- und Software zur Einführung oder Verbesserung der IT-Sicherheit mit einem Kaufpreis von mehr als 5.000 Euro netto (vgl. Euro-Office Info vom 24.09.2020).

Antragsberechtigt sind eingetragene Vereine aus den Bereichen Sport, Kultur, Musik, Ökologie und Soziales sowie gemeinnützige Körperschaften. Anträge können noch bis spätestens 31. Dezember 2022 bei der NBank eingereicht werden:

www.nbank.de/F%C3%B6rderprogramme/Aktuelle-F%C3%B6rderprogramme/Digitalbonus.Vereine.Niedersachsen.html#zuihrerinformation

Aktion Mensch

Die Aktion Mensch unterstützt mit der Förderaktion „Internet für alle“ noch bis zum 31. Dezember 2022 Investitionskosten und Bildungsangebote, die eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am digitalen Fortschritt ermöglichen. Antragsberechtigt sind freie, gemeinnützige Organisationen:

www.aktion-mensch.de/foerderung/foerderprogramme/weitere-foerderangebote/internet-fuer-alle

Des Weiteren können über das Programm „Barrierefreiheit für alle“ u. a. Vorhaben im Bereich der digitalen Barrierefreiheit gefördert werden, bspw. die Gestaltung von Websites. Eine Antragsstellung ist laufend möglich:

www.aktion-mensch.de/foerderung/foerderprogramme/lebensbereich-barrierefreiheit-mobilitaet/barrierefreiheitfuer-alle

 Nds. Lotto-Sport-Stiftung

Über das Förderprogramm „Sport vor Ort“ stellt die Nds. Lotto-Sport-Stiftung bis zu 3.000 Euro Förderung für kleine Projekte bzw. Einzelmaßnahmen zur Verfügung, bspw. für Digitalisierungsvorhaben im Verein:

www.lotto-sport-stiftung.de/aktuelles/sport-vor-ort/

Antragsberechtigt sind Sportvereine. Anträge können laufend eingereicht werden.

LandesSportBund Niedersachsen (LSB)

Des Weiteren bietet der LSB für ihm angehörende Sportvereine ein Beratungsangebot zu Digitalisierungsprozessen sowie eine Plattform „MEIN VEREIN DIGITAL“ mit Informationen, Qualifizierungen und Beratungsangeboten zum Themenfeld Digitalisierung im Sport:

www.lsbniedersachsen.de/themen/organisationsentwicklung/digitalisierungsberatung bzw. https://lsbniedersachsen.

https://lsb-niedersachsen.vibss.de/mein-verein-digital

Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE)

Die DSEE unterstützt Vorhaben von gemeinnützigen Organisationen und Vereinen im Bereich des ehrenamtlichen Engagements insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Regionen (vgl. Euro-Office Info vom 28.01.2022). Informationen zum Angebot der DSEE finden Sie unter:

Ab dem 01. November 2022 können wieder kleine Förderbeträge bis zu 2.500 Euro im sog. „Mikroförderprogramm“ beantragt werden, bspw. für die Programmierung einer neuen Webseite.

Zudem plant die DSEE im kommenden Jahr entsprechend dem Arbeitsprogramm 2023 weitere Maßnahmen im Schwerpunkt „Digitalisierung und Verbreitung sozialer Innovationen in Transformationsprozessen“, darunter: Fortführung des Programms „100XDigital“ zur Förderung gemeinnütziger Organisationen, die Chancen des Digitalen Wandels für ihr Wirken zu nutzen (u. a. intensive Betreuung und Beratung sowie Durchführung von individuellen Digitalprojekten)

Auflegen eines Programms „TransformD“ zur Förderung neuer Ideen und innovativer Ansätze im bürgerschaftlichen Engagement und Ehrenamt, die sich auf die Herausforderungen in großen Transformationsfeldern wie z. B. Digitalisierung beziehen.




Fokus Ehrenamt – Wie gewinnen und motivieren wir Engagierte?

Bei Ihnen im Verein gibt es nicht ausreichend Engagierte? Und auch sonst fehlen Leute, die mit anpacken und mithelfen?

Wir möchten mit Ihnen erste Ansätze zur Lösung entwickeln. Denn durch eine Strategie in der Arbeit mit Freiwilligen und Engagierten ist es leichter, die Freiwilligen zu binden und neue Engagierte zu gewinnen. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, eine engagementfreundliche Kultur im Verein zu entwickeln um es den Freiwilligen attraktiver zu machen, sich zu engagieren.

Das Seminar richtet sich an Engagierte aus Vereinen, die sich mit dem Thema Freiwilligenmanagement auseinandersetzen wollen, um eine Strategie in der Einbindung von Engagierten zu entwickeln.

Mit einem kleinen Team aus Ihrem Verein unter Einbindung der Vorstandsmitglieder soll der Blick auf Ihr Freiwilligenmanagement gerichtet werden.

Kreissportbund Osnabrück-Land und StadtSportBund Osnabrück laden die Vereine aus der Sportregion Osnabrück Stadt und Land ein:

Fokus Ehrenamt – Wie gewinnen und motivieren wir Engagierte?

am 24. November 2022 von 18:00 – 22:00 Uhr im Seminarraum der Geschäftsstelle des StadtSportBundes Osnabrück.

Inhalte:

  • Vorstellung der Herausforderungen des Ehrenamtes im Sport
  • Einführung in strategisches Freiwilligenmanagement und dessen Nutzen
  • Vermittlung der wichtigsten Schritte des Freiwilligenmanagements in Sportvereinen
  • Vorstellung der notwendigen Rahmenbedingungen für ein gelungenes Freiwilligenmanagement

Für Verpflegung ist gesorgt und alle Teilnehmenden erhalten ein Seminarskript!

Eine Anmeldung ist bis zum 14. November möglich.




Sachleistungen für Outdoor und Energiesparmaßnahmen

Mit Blick auf die anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen und die gestiegene Attraktivität des Outdoorsports werden Maßnahmen der Sportvereine für neue Outdoorsportangebote unterstützt. Aber auch die aktuelle Energiekrise zwingt die Sportvereine zu handeln. Ab sofort werden Kleinmaterialien und -maßnahmen zur Energieeinsparung gefördert!

Im Zuge der Bewältigung von Coronapandemie und Energiekrise werden Sportvereine mit max. 5.000 € bei der Sicherung und Entwicklung von Sportangeboten unterstützt.

Förderfähig sind vor allem nachhaltig nutzbare Sportgeräte für Outdoorsportangebote (z.B. Outdoorfitnessgeräte, Großsportgeräte).
Nachgeordnet kann eine Förderung für die Errichtung von Anlagen für neue Outdoorsportangebote (z.B. Bouleanlagen oder Beachsportplätzen) erfolgen.
Zusätzlich förderfähig sind Kleinmaterialien/-maßnahmen, die zur Reduzierung des Energieverbrauchs und damit zur Sicherung von Sportangeboten in bestehenden Sporträumen beitragen. Materialien und Maßnahmen zur Energieeinsparung werden mit maximal 2.000 € gefördert.

Eine Kombination der Maßnahmen ist möglich. Auch hierbei werden Maßnahmen zur Energieeinsparung mit maximal 2.000 € gefördert, die Höchstsumme der Förderung liegt bei 5.000 € in Summe

Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht.

Folgende Schritte sind notwendig:

  1. Antragsformular (siehe unten) ausfüllen, unterschreiben und per E-Mail (sru(at)lsb-niedersachsen.de) an den LSB senden.
  2. Bewilligung abwarten und förderfähige Maßnahme innerhalb des Förderzeitraumes umsetzen.
  3. Rechnungen und Belege (müssen zwingend auf den Verein, Sportbund, Fachverband ausgestellt sein) zusammen mit dem Einzelverwendungsnachweis und einem Foto der Maßnahme und/oder der Leistungsaufstellung innerhalb des bewilligten Förderzeitraums, siehe Bewilligungsschreiben, bis spätestens 15.01.2023 per E-Mail (sru(at)lsb-niedersachsen.de) an den LSB senden.
  4. Der LSB zahlt nach Prüfung der eingereichten Unterlagen die Fördersumme auf das Vereinskonto aus.
  5. Zahlungseingang prüfen.

Antrag

Der Antrag ist hier abrufbar.

Richtlinie

Förderzeitraum

  1. Oktober bis 31. Dezember 2022

Hinweis: Falls die Mittel vorher ausgeschöpft sein sollten, kann die Antragsannahme vorzeitig beendet werden!

Kontakt

Luise Winkler, E-Mail: sru(at)lsb-niedersachsen.de

 




Studie zu sexuellem Kindesmissbrauch im Sport veröffentlicht

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat erstmals eine große Anzahl von Berichten Betroffener und Zeitzeugen zu sexualisierter Gewalt im Sport detailliert auswerten lassen. Etwa ein Fünftel der Personen berichtete über sexuellen Kindesmissbrauch im Rahmen des Sports in der DDR.

Die am 27.09.2022 heute veröffentlichte Studie der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs bestätigt, dass sexueller Kindesmissbrauch in verschiedenen Sportarten und insbesondere im organisierten Vereinssport vorkommt. Die Betroffenen erlebten den Missbrauch überwiegend im Leistungssport und wettkampforientierten Breitensport, seltener im Freizeitsport und Schulsport. Grundlage der Studie sind 72 Berichte von Betroffenen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Damit wurde in Deutschland erstmals eine so große Anzahl Berichte zu sexuellem Kindesmissbrauch im Sport wissenschaftlich ausgewertet. Die Studie beinhaltet zusätzlich drei persönliche Geschichten betroffener Menschen.

Die Auswertungen zeigen, dass zwei Drittel der Betroffenen sexualisierter Gewalt nicht nur einmal, sondern regelmäßig und zum Teil über einen langen Zeitraum ausgesetzt waren. In den meisten Fällen handelte es sich um (schwere) sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt. Die Tatpersonen stammen vorwiegend aus dem direkten oder nahen Umfeld und sind männliche Trainer, Betreuer oder Lehrer. Zudem befanden die Tatpersonen sich meist in machtvollen Positionen.

Fast ein Fünftel der ausgewerteten Berichte bezieht sich auf sexualisierte Gewalt im Rahmen des Sports in der DDR. Zu diesem Bereich lagen bisher kaum wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Was in der Studie deutlich wird, sind die besonderen Bedingungen innerhalb des DDR-Sportsystems, die sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen aber auch andere Formen von Gewalt und Vernachlässigung ermöglichten und es für Betroffene fast unmöglich machten, Hilfe zu erhalten. Die sehr frühe Talentsichtung, Auswahl und Förderung sportlich begabter Kinder gehörte ebenso dazu wie das über allem stehende Ziel des sportlichen Erfolgs, welches die betroffenen Kinder die Gewalterfahrungen dulden ließ. Zudem gab es in den Sportschulen und Internaten keine erwachsenen Vertrauenspersonen. Die Kinder waren den Gewalthandlungen von Trainern, Medizinern und sonstigen Sportfunktionären somit schutzlos ausgeliefert.

Die Studie liefert auch Erkenntnisse darüber, welche Erfahrungen Betroffene in den Organisationen des Sports gemacht haben, wenn sie die dort erfahrene Gewalt offenlegten. Die wenigsten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs wurden aufgedeckt und aufgearbeitet. Betroffene erlebten stattdessen häufig, dass ihre Erfahrungen negiert, bagatellisiert und verschleiert wurden. „Sportorganisationen müssen ein Interesse daran haben, zu erfahren, was in ihrer Einrichtung in der Vergangenheit geschehen ist, auch um Kinder und Jugendliche besser schützen zu können. Darum braucht es ein gesetzlich verankertes Recht von Betroffenen auf Aufarbeitung, das gleichzeitig Institutionen dazu verpflichtet.“, appelliert Prof. Dr. Heiner Keupp, Mitglied der Aufarbeitungskommission.

Die durchaus spezifischen strukturellen Bedingungen vor allem im organisierten Sport, erschweren es, dass sexualisierte Gewalt aufgedeckt wird. Dazu gehört beispielweise die Fixierung auf den sportlichen Erfolg, aber auch die Abhängigkeit von ehrenamtlichen Mitarbeitenden oder Sponsoren. Ebenso tragen das große Machtgefälle zwischen Sportlerinnen und Sportlern und den Trainern oder männlich dominierte Hierarchien in Vereinen und Verbänden dazu bei. Zudem steht das gemeinhin positive Image des Sports der Aufdeckung sexualisierter Gewalt oft im Weg. „Gerade die positive Erzählung des Sports macht es Betroffenen schwer, für ihr im Sport erfahrenes Unrecht und Leid Aufmerksamkeit und Hilfe zu erhalten“, verdeutlicht Prof. Dr. Bettina Rulofs, die leitende Autorin der Studie. Für diejenigen, die als Kind im Sport sexualisierte Gewalt erleben mussten, löst der Sport das Versprechen auf Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und sportliche Leistungsentwicklung nicht ein. „Betroffene sexuellen Kindesmissbrauchs im Sport machen genau die gegenteilige Erfahrung: Ihnen entstanden lebenslängliche Schäden für die Gesundheit, Psyche sowie die Teilhabe am Sport und am gesellschaftlichen Leben“, so Rulofs.

Um geschützt über akute und vergangene Missbrauchsfälle sprechen zu können, fordern Betroffene eine vom Sport unabhängige Ansprechstelle, die Aufarbeitung initiieren kann. Angela Marquardt, Mitglied des Betroffenenrats bei der UBSKM betont: „Betroffene, die das Schweigen brechen, haben die Grundlage für die vorliegende Studie gelegt. Zu oft behindern Vereine und Verbände bisher eine schonungslose Aufarbeitung von Fällen sexueller Gewalt. Ehrliche Aufarbeitung jedoch ist die Voraussetzung für einen grundsätzlichen Wandel im Leistungs- und Breitensport. Der organisierte Sport ist dies den Betroffenen schuldig“.

Die Studie im Wortlaut findet sich hier: https://www.aufarbeitungskommission.de/wp-content/uploads/Sexueller-Kindesmissbrauch-Kontext-Sport_Studie_Aufarbeitungskommission_bf.pdf